Xi Besucht Trump: Diese Streitthemen Stehen im Fokus

Xi Besucht Trump: Diese Streitthemen Stehen im Fokus
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Nach einem pompösen Besuch von US-Präsident Donald Trump in Peking im Mai folgt nun die Gegenvisite: Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping trifft an diesem Mittwoch in Washington ein. Trump fährt bis Freitag mit Militärschau, Staatsbankett samt hochrangiger Tech-Bosse und einem gemeinsamen Tee ein umfangreiches Programm auf. Werden die beiden Großmächte in ihrem erbitterten Handelskonflikt abrüsten?

China Signalisiert Mögliche Engere Zusammenarbeit

Trump holt Xi persönlich am Flughafen ab, das soll Nähe zeigen. Aus Peking wird signalisiert, dass die beiden Großmächte enger zusammenarbeiten wollen, vielleicht auch bilateral - was andere Drittländer genau beäugen.

Doch es ist auch klar: Das Verhältnis zwischen den USA und China ist voller Konflikte. Mikko Huotari, Direktor des China-Instituts Merics, dämpft die Erwartungen an den Gipfel.

Huotari spricht von einer "strategischen Pattsituation". Im Mittelpunkt dürfte deshalb stehen, eine neue Eskalation zu vermeiden. Besonders dringend ist das beim Handel.

Handelsfrieden Zwischen Usa Und China Läuft In Teilen Bald Aus

Der im vergangenen Oktober vereinbarte Handelsfrieden beider Großmächte läuft am 10. November in wichtigen Teilen aus. Die USA verzichteten vorerst auf weitere Zollerhöhungen, China setzte einen Teil seiner verschärften Exportkontrollen für Seltene Erden aus.

Nach Einschätzung des China-Wirtschaftsexperten Scott Kennedy strebt Peking eine Verlängerung bis zum Ende von Trumps Amtszeit an. Die US-Regierung wolle sich dagegen nur für einige weitere Monate binden, um ihr Druckmittel nicht aus der Hand zu geben. Am Ende dürften beide Seiten "irgendwo in der Mitte" landen, vermutlich bei etwa einem Jahr, sagt Kennedy.

Für Washington gehört zu einer Verlängerung des Handelsfriedens, dass China die Rohstoffe verlässlich liefert. Bei vielen Seltenen Erden beherrscht China große Teile der weltweiten Verarbeitung. Sie werden etwa für Autos, Elektronik, Flugzeuge und Rüstungsgüter gebraucht.

Peking könnte im Gegenzug Erleichterungen bei US-Technologiebeschränkungen verlangen. Als mögliche Ergebnisse des Gipfels gelten außerdem chinesische Käufe von US-Agrarprodukten und Boeing-Flugzeugen sowie gegenseitige Zollsenkungen für ausgewählte Waren.

Ki-Wettlauf Zwischen Usa Und China

Stärker in den Fokus rückt die Künstliche Intelligenz (KI). Die USA und China liefern sich einen Wettlauf um die leistungsfähigsten Modelle, Computerchips und Rechenzentren. Washington versucht zu verhindern, dass China Zugang zu den modernsten KI-Chips und der Technik zu ihrer Herstellung erhält. Peking treibt deshalb die Entwicklung eigener Chips voran.

Gleichzeitig wächst in beiden Ländern die Sorge vor den Gefahren immer leistungsfähigerer KI. US-Tech-Bosse warben zuletzt für eine Verlangsamung der Entwicklung. In China sahen Beobachter darin einen Versuch der USA, die Volksrepublik in ihrer KI-Entwicklung zu bremsen.

Unterschiedliche Interessen Mit Blick Auf Iran

Auch der Krieg mit Iran setzt Trump unter Druck. Die Lage in der Straße von Hormus lässt die Preise für Öl und Gas steigen. China ist der mit Abstand größte Käufer iranischen Öls und ein wichtiger politischer Partner Teherans. Washington will über Chinas finanzielle Verbindungen zu Iran sprechen und hofft auf chinesischen Druck mit Blick auf die wichtige Handelsroute.

Zusätzlichen Streit birgt ein neues US-Sanktionspaket gegen Russland. Es richtet sich gegen den Energie- und Rüstungssektor sowie gegen Tanker, mit denen Moskau bestehende Sanktionen umgeht.

Besonders brisant für Peking: Das Gesetz erlaubt Trump, Zölle von bis zu 100 Prozent gegen Staaten zu verhängen, die weiter russisches Öl oder Gas kaufen. Neben Indien könnte das vor allem China treffen. Peking lehnt solche Maßnahmen als unzulässige Einmischung in seine Handelsbeziehungen ab. Die chinesische Regierung hat auch Russlands Angriff auf die Ukraine bislang nicht verurteilt.

Großer Streitpunkt: Taiwan

Ein weiterer Streitpunkt sind die US-Waffenlieferungen an Taiwan. China betrachtet die demokratisch regierte Insel als Teil seines Staatsgebiets und schließt den Einsatz von Gewalt nicht aus. Die USA sind Taiwans wichtigster Waffenlieferant.

Schon beim Gipfel in Peking im Mai ließ Trump die Entscheidung über ein geplantes Waffenpaket im Wert von rund 14 Milliarden US-Dollar offen. Nach dem Treffen sagte er, er habe darüber ausführlich mit Xi gesprochen. Bis heute ist das Paket nicht genehmigt.

Quelle: dpaÜber dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress in dem Beitrag "Xi Jinping besucht Präsident Donald Trump" am 21.09.2026 um 11:59 Uhr.