Kraftstoffpreise jenseits der Zwei-Euro-Marke - die Fahrt zur Tankstelle macht für Millionen von Autofahrern und Autofahrerinnen nur allzu deutlich, wie teuer das Leben geworden ist. So ist es nicht verwunderlich, dass die Angst vor weiter steigenden Lebenshaltungskosten bei 59 Prozent der Befragten am größten ist.
Die R+V-Versicherung führt seit 1992 jedes Jahr eine repräsentative Umfrage durch und befragt rund 2.400 Menschen nach ihren größten Sorgen rund um Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Umwelt und Gesundheit.
Steuererhöhungen, Leistungskürzungen Und Zuwanderung
Wirtschaftliche Sorgen belasten die Befragten laut der aktuellen Studie dabei am stärksten. Auf Platz 2 der größten Ängste und von 53 Prozent genannt, Steuererhöhungen und Leistungskürzungen.
Angesichts der seit Monaten andauernden Diskussionen um Reformen, Stichwort die so genannte Rente mit 63, scheinen größere Einschnitte unausweichlich. 51 Prozent befürchten eine noch schlechtere Wirtschaftslage und 50 Prozent, dass Wohnen unbezahlbar wird.
Obwohl die Zahl der Zuwanderer nach Deutschland abnimmt, ist die Sorge vor einer Überforderung des Staates durch Geflüchtete weiterhin groß. 52 Prozent der Befragten trauen dem Staat offenbar nicht zu, dass er die Lage dauerhaft in den Griff bekommt. Platz drei der Studie.
Schlechte Noten Für Politiker
Dazu passt, dass die verantwortlichen Politiker und Politikerinnen mit der Schulnote 4,1 im Schnitt schlecht bewertet werden. Letztes Jahr gab es noch eine 3,8. Ein deutliches Anzeichen für einen gestiegenen Vertrauensverlust.
"Die Menschen trauen der Politik nicht mehr zu, die Probleme auch tatsächlich anzugehen und dann auch Lösungen zu erarbeiten, die für alle sinnvoll sind", bringt es die Politikwissenschaftlerin Prof. Isabelle Borucki auf den Punkt. Sie begleitet die Studie als Beraterin.
Angst Vor Naturkatastrophen Nimmt Ab
Auffällig ist, dass einige Sorgen bei vielen Menschen offenbar aus dem Fokus geraten. Trotz dieses Hitzesommers mit drastischen Auswirkungen für Wirtschaft, Landwirtschaft und Gesundheit sinkt die Sorge vor den Folgen des Klimawandels deutlich um sechs Prozentpunkte, die Angst vor Naturkatastrophen sogar um neun Prozentpunkte. Jeweils Tiefstwerte in der Langzeitbetrachtung.
"Die menschliche Psyche ist nicht dafür ausgelegt, dauerhaft mit Krisen konfrontiert zu werden", sagt Prof. Judith Mangelsdorf. Sie ist Deutschlands erste Professorin für Positive Psychologie.
Selbstwirksamkeit Vs. Sorgen Und Ängste
Manche Probleme, gerade die, die man selbst nicht beeinflussen kann, werden ein Stück weit verdrängt. Um sich von den ganzen Sorgen und Ängsten nicht erdrücken zu lassen, hat Judith Mangelsdorf einen konkreten Tipp:
Bei aller Sorge: Der Durchschnittswert aller Ängste hat sich im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert - er ist nur um einen Prozentpunkt gestiegen. In den vergangenen 35 Jahren war er nur dreimal niedriger.
Auffallend besorgt scheinen die Deutschen - gemäß der Studie - also auch in diesem Jahr nicht zu sein. Manche Sorgen allerdings nehmen so viel Raum ein, dass andere komplett in den Hintergrund treten.
Stefan Schlösser ist Reporter im ZDF-Landesstudio in Hessen.
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Über dieses Thema berichtete das heute journal update im Ausblick am 01.10.2026 ab 00:30 Uhr.
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